Sparheldin Podcast Folge 40

Dir geht es wahrscheinlich auch so, dass dem Thema Altersvorsorge bisher erfolgreich aus dem Weg gegangen bist, doch früher oder später, wirst du dich mit diesem Thema beschäftigen müssen, damit du eine geile Zeit im Rentenalter hast. Da kommt dann schnell die Frage auf, wie du am besten für das Rentenalter vorsorgst. In dieser Podcast-Folge stelle ich dir die verschiedenen Alternativen zur Altersvorsorge vor und gebe dir Anhaltspunkte, mit denen du bewerten kannst, welche Altersvorsorge denn die beste Lösung für dich ist.

In dieser Podcastfolge erfährst du…

➡️ was du unbedingt wissen solltest, bevor du dich auf die Suche nach einem passenden Altersvorsorgeprodukt machst.
➡️ was die schlechtesten Produkte für die Altersvorsorge sind.
➡️ ob Immobilien für dich als Altersvorsorge geeignet sind.
➡️ welche Kriterien als Entscheidungshilfe dienen, um herauszufinden, welche Art der Altersvorsorge zu dir passt.

Altersvorsorge einfach und unkompliziert halten

Grundsätzlich vorweg: Halte deine Altersvorsorge so einfach wie möglich und schließe keinen Altersvorsorge-/Rentenvertrag bzw. ein Finanzprodukt ab, dass du nicht verstanden hast!

Bevor es um die Auswahl des passenden Altersvorsorgeproduktes geht – solltest du dir eine entscheidende Frage stellen: Weißt du eigentlich, wie hoch dein Rentenanspruch konkret ist und wie hoch deine Rentenlücke ist?

Sicher ist: Die gesetzliche Rente reicht nicht. Das belegen bereits heute zahlreiche Rentenstatistiken und auch das Rentenniveau von derzeit 48% – Tendenz fallend – verdeutlicht, dass du keine andere Wahl hast als aktiv zu werden, wenn du als Rentner keine Flaschen sammeln gehen willt. Aber wie viel Altersvorsorge brauchst du darüber hinaus?

Pauschal werden dir die meisten Finanzberater sagen, dass du etwa 80% von deinem Netto im Alter anpeilen solltest. Allerdings macht es Sinn hier einmal genauer hinzuschauen und individuell zu prüfen,

  • wie hoch dein Bedarf im Alter sein wird
  • welchen Anspruch du an gesetzlicher Rente hast und wie viel du bereits angespart hast
  • wie groß deine Lücke ist.

Wenn du das weißt, dann kannst du auch genau kalkulieren, wie viel du monatlich für die Rente sparen musst.

Die 7 schlechtesten Produkte für die Altersvorsorge

Bevor ich dir sinnvolle Lösungen für die Altersvorsorge vorstelle, gebe ich dir hier noch einmal einen kurzen Überblick zu den 7 SCHLECHTESTEN Produkten für die Altersvorsorge und den Vermögensaufbau

1️⃣ Girokonto – keine Zinsen, Konsummonster, Sparen und Konsum trennen. 47% der Deutschen nutzen das Girokonto zum Sparen -auweia!

2️⃣ Sparbuch – keine Zinsen, Minusgeschäft da Inflation. 43% der Deutschen sparen auf dem Sparbuch.

3️⃣ Tagesgeld – mir ist keine deutsche Bank bekannt, bei der es noch Zinsen auf das Tagesgeld gibt. Im Gegenteil – immer mehr Banken erheben Negativzinsen, ein sog. Verwahrentgelt, auf hohe Spareinlagen. Mittlerweile sogar schon ab Guthaben von 50.000 wie künftig bei der IngDiba und DKB.

4️⃣ Festgeld ist auch tot, selbst von du einer Bank in Deutschland für 5 Jahre dein Geld gibst, erhältst du gerade mal einen halben Prozentpunkt.

Über Webseiten wie weltsparen.de wirst du ggf. Angebote über ausländische Banken finden, aber mal ganz ehrlich, selbst wenn du ein Tagesgeldkonto mit einer Verzinsung von 0,12% findest oder ein Festgeld im Ausland mit 1% für 5 Jahre, wirst du damit kein Vermögen aufbauen. Die zeitintensive Suche und Kontoeröffnung oder Kontohopping sollest du dir sparen und besser in deine Finanzbildung investieren.

5️⃣ Baussparvertrag – noch so ein Knaller, du sicherst dir nicht nur günstige Bauzinsen, sondern auch noch einen Guthabenzins von 0,1%. Stark!

6️⃣ Die gute, alte Lebensversicherung – einst ein beliebtes Vorsorgeprodukt bei Eltern und Großeltern ist heute tot. In Anbetracht des niedrigen Zinsniveaus, der hohen Kosten undInflexibilität ist die Lebensversicherung nicht mehr rentabel und ein Neuabschluss lohnt nicht mehr. Zum 01.01.2022 wird der Garantiezins sogar noch weiter von 0,9 auf 0,25% gesenkt. Wenn dich interessiert, warum der Zins weiter gesenkt wird, schau dir mal mein Interview im Bussiness-Talk am Kudamm an.

7️⃣ Gleiches gilt für die klassische Rentenversicherung (mit Beitragsgarantie), hier gilt der gleiche Garantiezins und Garantien kosten Geld, die die ohnehin schon geringe Rendite weiter schmälert.

So nun weißt du, welche Produkte sich nicht für die Altersvorsorge eignen. Doch welche Möglichkeiten hast du nun, sinnvoll für das Alter vorzusorgen?

Du fühlst dich noch unsicher und hast Angst, was falsch zu machen, dann meld dich unbedingt zu unserem gratis Finanz-Workshop am 15.9. um 19 Uhr an!

In diesem Live-Workshop verraten dir Franzi und ich die 3 wichtigsten Finanzhacks für erfolgreichen Vermögensaufbau und Insider-Tipps aus der Finanzbranche, damit du teure Finanzfehler vermeidest, bessere Finanzentscheidungen triffst und mehr Geld im Alter hast.

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Sinnvolle Lösungen zur Altersvorsorge

Du hast zum einen die Möglichkeit die staatliche geförderte Altersvorsorge (Riester, Rürup, Betriebsrente) zu nutzen oder privat für das Alter vorzusorgen.

Staatlich geförderte Altersvorsorge

Die Riester-Rente lohnt sich aufgrund der staatlichen Zulagen vor allem bei mehr als zwei Kindern und Geringverdienern, die ggf. nur den jährlichenn Sockelbeitrag von 60 Euro einzahlen und sich so einen Anspruch auf eine lebenslange Rente sichern. Wichtig zu wissen: Die Rendite beim Riestern entsteht nicht durch die positive Wertentwicklung deines Vermögens, denn durch die 100%ige Beitragsgarantie kannst du hier nicht fiel erwarten, sondern vielmehr kommt es auf die Höhe der staatlichen Zulagen und Steuerersparnis an.

Die Basis- oder auch Rürup-Rente lohnt sich je höher dein zu versteuerndes Einkommen ist, ist jedoch sehr unflexibel und für junge Menschen, denen Flexibilität beim Sparen wichtig ist, eher ungeeignet.

Bei der betrieblichen Altersvorsorge hängt die Rentabilität davon ab, wie viel dein Arbeitgeber dazu bezahlt und wie dein Vertrag gestaltet ist.

Lass dir am besten von einem unabhängigen Honorarberater die steuerlichen Auswirkungen der geförderten Zusatzvorsorge aufzeigen, um zu prüfen ob sich ein solcher Vertrag wirklich für dich lohnt.

Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge

Bei der Gestaltung deiner Altersvorsorge ist eine wichtige Frage, ob du dir ein Eigenheim wünscht oder nicht. Denn hier wird dann ein Großteil deines Vermögens drinstecken.

Lohnt sich eine Immobilie als Altersvorsorge?

Hier gibt es kein klares Ja oder Nein. Es kommt wie immer drauf an!.  Entscheidungshilfe:

  • Hast du genügend Eigenkapital? (20 Prozent vom Kaufpreis)
  • Kannst du günstig finanzieren?
  • Findest du eine Immobilie zu einem angemessenen Kaufpreis?
  • Bist du eher der Typ Eigentümer oder Mieter?

Experten-Tipp: Wenn du dir ein Eigenheim wünscht und dein Haus/ Wohnung deine Altersvorsorge ist, empfehle ich dir nichtsdestotrotz deine Finanzierung so zu stricken, dass du in der Lage bist, zusätzlich Kapital anzusparen. Denn eine Immobilie ist kein liquides Vermögen, auf dass du bei Bedarf kurzfristig drauf zurückgreifen kannst.

Und ein 2. wichtiger Aspekt: Grundsätzlich musst du zwischen selbstgenutzten Immobilen und fremdgenutzte bzw. vermieteten Immobilien als Kapitalanlage unterscheiden. Denn nur eine fremdgenutzte Immobilie ist tatsächlich ein Investment und ein Vermögenswert. Eine eigengenutzte Immobilie ist eine Verbindlichkeit, die dich Geld kostet😉

Altersvorsorge mit Aktien

Bei Aktien handelt es sich wie auch bei Immobilien um einen Sachwert.

Vorteile der Anlageklasse Aktien:

  • Als Aktionär investierst du in Sachwerte und nicht in Geldwerte. So besitzt du durch den Kauf einer Aktie Anteile des Unternehmens. Zu diesen Anteilen gehören die Immobilien, das Personal, die Patente, die Lagerbestände, die Außenstände (Forderungen),die Bargeldbestände usw.
  • Anteil an einem Unternehmen: Wenn jemand ein Unternehmen gründet, möchte er damit Gewinne erzielen und jährlich den Umsatz und Gewinn steigern. Hierdurch wird der Betrieb Jahr für Jahr wertvoller. Wenn du eine Aktie kaufst, bist du an dieser Wertentwicklung und dem Schaffen des Unternehmers beteiligt.
  • Rendite: Die Investition in Aktien wird auf lange Sicht gesehen mit einer sehr guten Rendite belohnt.  Renditen Dax, Dow Jones, S&P 500 6-8% p.a. Beteiligung an Gewinnen durch Dividenden: Du kannst mit einer zusätzlichen Einnahme von ca. 2 –4%pro Jahrrechnen.

Wer langfristig – über 10,20,30 Jahre in Aktien investiert, senkt sein Risiko und hat mit der Anlageklasse Aktien eine Geldanlage, die stabile, hohe Renditen erwirtschaftet. Hier lohnt sich ein Blick auf das Dax-Rendite-Dreieck der letzten 50 Jahre, aus dem hervorgeht, dass du in den seltensten Fällen Verluste einfährst, wenn du langfristig in den Aktienmarkt investierst. Du musst allerdings bereit sein, während dieser Zeit teils höhere Wertschwankungen in Kauf zu nehmen.

Altersvorsorge mit Fonds & ETFs

Die Anlage in Aktien setzt ein gewisses wirtschaftliches und finanzielles Knowhow voraus, um Unternehmen und ihre Geschäftsmodelle zu analysieren und so die Risiken und Chancen bewerten zu können. Wer sein Geld jedoch nur in wenige Aktien investiert, geht ein hohes Risiko rein. Das ist wie beim Pferderennen.

Für Einsteiger eignen sich daher besser Aktienfonds, denn mit diesen kannst du dein Vermögen sehr breit auf verschiedene Unternehmen streuen und so dein Risiko reduzieren. Nicht alle Eier in einen Korb legen. Breite Streuung reduziert Risiken.

Ich bevorzuge hier ETFs also passiv gemanagte Fonds gegenüber aktiv gemanagten Fonds, da sie deutlich kostengünstiger sind und du dennoch von den hohen Renditen am Aktienmarkt profitieren kannst.

Ein weiterer Vorteil beim Investieren in Fonds ist die hohe Flexibilität: Sowohl das Investieren als Einmalanlagen als auch durch Sparpläne ist möglich und du kannst deine Fondsanteile jederzeit wieder verkaufen (zum aktuellen Kurswert) und über dein Geld verfügen.

Für junge Leute ist ein ETF-Sparplan ein super Einstieg in den Vermögensaufbau, da du schon mit kleinen mit kleinen Anlagebeträgen investieren kannst. Aber Achtung: Ein ETF-Sparplan allein ist keine Altersvorsorge! Um im Alter eine lebenslange Rente zu erhalten, braucht es mehr. Denn Vermögensaufbau und Altersvorsorge sollten aus meiner Sicht getrennt voneinander betrachtet werden. Wenn du wissen willst, wo der Unterschied liegt und warum ein ETF-Sparplan allein keine Altersvorsorge ist, dann hör unbedingt mal in Folge #30 rein.

Private fondsgebunde Rentenversicherung

Zu guter Letzt haben wir noch die private Rentenversicherung – ein traditionelles Instrument der Altersvorsorge. Aber Saskia, du hast doch vorhin gesagt, die Rentenversicherung zählt zu den schlechtesten Produkten für die Altersvorsorge.

Ja, genau, aber hier müssen wir jetzt unterscheiden – Rentenversicherung ist nicht gleich Rentenversicherung. Und pauschal zu sagen alle Rentenversicherung sind schlecht, zu teuer und Abzocke ist schlichtweg falsch. Sorry, aber jeder, der was anderes behauptet, kennt sich nicht ausreichend mit dem Finanzmarkt und den verschiedenen Alternativen aus.

Unterschiedliche Arten der privaten Rentenversicherung

Richtig ist, die klassische Rentenversicherung mit Garantieverzinsung und 100%iger Beitragsgarantie ist heutzutage Schrott. Aber du kannst genauso mit einer fondsgebundenen Rentenversicherung in ETFs investieren – ohne Beitragsgarantien, damit deine Beiträge auch wirklich zu einem großen Anteil in ETFs fließen und du von guten Renditen trotz Niedrigzinsumfeld profitierst.

Das ist also wichtig, dass du diesen Unterschied kennst und verstehst. Genauso wie du in deinem eigenen Depot z. B. einen ETF auf den MSCI World besparen kannst, kannst du dies auch im Rahmen einer ETF-Rentenversicherung tun. Dadurch ergeben sich steuerliche Vorteile für dich, wenn du ETFs im Versicherungsmantel besparst. Dazu wird es aber mehr in einer weiteren Podcast-Folge geben, das würde sonst hier jetzt den Rahmen sprengen.

Ja, aber das ist doch sicherlich teurer, als wenn ich einfach selbst einen ETF-Sparplan einrichte. Stimmt!

Vorteile einer ETF-Rentenversicherung gegenüber einem ETF-Sparplan

Der Vorteil einer privaten ETF-Rentenversicherung ist allerdings, dass du dir eine lebenslange Rente sicherst, denn das ist das Ziel der Altersvorsorge. Dein Vermögen wird hier von professionellen Portfoliomanagern verwaltet. Du musst dich also nicht selbst um Rebalancing, Umschichtung der Anlagen in risikoärmere Anlageklassen je näher der Renteneintritt (Ablaufmanagement) rückt kümmern und das Aufsetzen eines Entnahmeplans und die weitere Verwaltung deines Vermögens im Rentenalter tun. Das übernimmt alles die Versicherung für dich. Und ja dieser Service kostet auch Geld, aber die Kosten liegen im Rahmen und sind nicht mit herkömmlichen klassischen RV, oder fondsgebundenen RV mit aktiv gemanagten Portfolios zu vergleichen.

Wem dieser Service zu teuer ist und wer bereit ist das notwendige fortgeschrittene Finanzwissen aufzubauen, um ein Portfolio professionell zu strukturieren und zu verwalten und dann meint, er wolle sein ETF-Portfolio selbst managen. Der kann das natürlich auch tun – ist eine Möglichkeit, für das Alter vorzusorgen und darum geht es ja auch in dieser heutigen Folge, für dich herauszufinden, was für dich der beste Weg ist, Altersvorsorge zu betreiben.

Wer jedoch lieber sagt, ich möchte mein Geld clever für die Altersvorsorge investieren, aber möglichst wenig damit zu tun haben und nicht regelmäßig Anlagen umschichten will, sondern lieber Profis das Handwerk überlassen will und einfach möchte, dass das läuft, dass mein Geld für mich arbeitet und ich im Rentenalter lebenslang jeden Monat eine Rente auf mein Konto ausgezahlt bekomme, für den ist eine ETF-Rentenversicherung eine gute Wahl.

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